. .
Fotoblog

11.09.2010

Klimawandel. Das klingt so sanft, so gefährlich harmlos. Und Klimakatastrophe? Dieser Begriff verleitet dazu, in Schockstarre zu verfallen: »Da kann ich ja sowieso nichts mehr dran ändern …«. Doch was vor unseren Augen durch uns Menschen passiert, ist letztlich nichts anderes als qualvolle Grausamkeit. Und es wäre von jedem Einzelnen unverantwortlich, davor die Augen zu verschließen: Wir entreißen Tieren, Pflanzen und nachfolgenden Generationen von Menschen die Lebensgrundlage und verwandeln die Erde gleichzeitig in eine gigantische Müllhalde. Ich selbst habe viel zu lange gebraucht, meine persönliche Wut über die Ignoranz und fadenscheinigen Lippenbekenntnisse von Politikern und Wirtschaftsbossen in Aktivität umzusetzen. Wir dürfen es einfach nicht »denen da oben« überlassen. Schließlich geht es hier nicht um ein paar Prozentpunkte der Mehrwertsteuer, sondern um ein paar Grad der Erderwärmung. Und was das bedeutet, ist absolut nicht kuschelig: weltweiter Wassermangel, das Aussterben Hunderter Tierarten, das Umkippen ganzer Ökosysteme, Überflutung von Küstengebieten, riesige Flüchtlingsströme … Angesichts solcher Horrorszenarien fühlen wir uns schnell ohnmächtig. Diesem Gefühl nachzugeben hieße aber, der gierigen Wirtschaftslobby in die Hände zu spielen. Also müssen wir dagegen ankämpfen, indem wir uns immer wieder bewusst machen, dass wir als Konsumenten eine ungeheure Macht besitzen: die Macht der Nachfrage. Wenn wir unser Konsumverhalten ändern, muss der Markt reagieren. Das Dümmste, was wir tun könnten, ist zu resignieren. Das Klügste, was wir tun können, ist, unsere stärkste Waffe zu benutzen: unseren Geldbeutel.

Share
3 Kommentare
  1. Claudia Mandt schreibt

    Liebe Mitmenschen, Mitbürger, Erdenbürger,

    wir leben alle gemeinsam auf diesem Planeten….
    umgeben von Sternen, umkreisen den einen so wichtigen, den wir Sonne nennen.
    Dieser bescheint uns tagtäglich, auch durch Wolken, die gefüllt sind mit Leben spendendem Wasser. Die Sonne gibt uns Licht und sie gibt uns Wärme, und sie sorgt dafür, dass Winde wehn, diese Wolken gehn und das Wasser sich verteilt, – doch auch sie verteilt mitunter nicht immer gerecht. Soll das uns nicht daran erinnern, dass es auch in unseren Händen liegt, was wir aus Überfluss oder Mangel zu gestalten verstehen, dass es auch an uns ist, Gerechtigkeit zu üben?
    Nun zieht man aber jetzt Vergleiche, zwischen einem Hurrikan namens „Katrina“, der 2005 an der amerikanischen Golfküste verheerende Schäden anrichtetet, viele Tote und Obdachlose verursachte, Menschen ins Unglück stürzte, Leid und Tränen brachte (welch ein Unrecht der Naturgewalt an den Menschen., und die Natur schadete dabei auch sich selber, oder?); vergleicht das also mit dem neuen Unglück, das nun über dieser Region hereinbrach:

    Der größten Ölpest seit Menschen Öl fördern?

    Was haben denn diese beiden Ereignisse gemeinsam, außer, dass sie sich in derselben Gegend abspielen, und ist die Bezeichnung Pest für dieses von Menschenhand geschaffene Unglück überhaupt richtig? Nein, das ist nicht wie die Pest des Mittelalters. Aber es ist auch keine Naturgewalt. Eher Schicksal. Vielleicht tatsächlich eine Krankheit. Die der Menschen, die nicht begreifen, dass hier diesmal sie die Zerstörer sind. Jeder Einzelne von uns, der die Errungenschaften der so genannten Neuzeit genießt.

    Wir sind nicht mehr im Mittelalter und das ist keine Seuche.

    …und doch die Seuche der Ignoranz, des Unverstandes, der Dummheit, der unendlichen Gier nach immer mehr, was wir dieser Erde abverlangen. Tatsächlich genauso unaufhaltsam, unstillbar, unberechenbar…

    Wie eine Naturgewalt kam es doch über uns, oder nicht?

    Aber es war absehbar, es war berechenbar! Hatten denn nicht Experten die Kontrolle? Was kann der kleine Bürger schon dafür? Wir sind doch gar nicht schuld! Wir wollen das doch alles gar nicht so! Wir wollen das doch längst ganz anders, oder? Aber wir können es ja nicht aufhalten. Das ist der Fortschritt, das haben wir nicht mehr in der Hand, das erledigen andere für uns. Und jetzt sollen sie auch die Zeche zahlen, für diesen Frevel! Nicht wahr?
    (Aber, wenn sie erfolgreich sind, wenn sie uns noch mehr geben, mehr verkaufen, ja dann…
    …loben wir sie in den Himmel. Jetzt dürfen wir sie auch einmal verfluchen.)
    Nein! Schuld haben all die, die sich mehr und mehr bereichern, die mit drehen am Karussell des „Wachstums“ (welche Ironie: Wachstum, das Wachsen hemmt), des Erfolges (Erfolg mit verheerenden Folgen), des Fortschritts (der alles tot tritt). Alles was Lebensraum ist, für jede Kreatur, die ein Recht hat auf dieser Erde zu wandeln, wird zerstört und die Kreatur selbst wird zerstört. Wir beklagen den Unbill der Naturgewalten, der uns Leid zufügt, und fügen uns und anderen mit Gewalt unsäglich mehr Leid zu. Diese Erde ist wahrlich eine Spielwiese voller Abendteuer, aber sie ist kein Holiday Park für den internationalen Jet Set, in dem sich Unzählige zu dessen Vergnügen versklaven müssen, während ursprünglich Gewachsenes weichen muss, für den Spaß einiger Weniger, die nicht wissen wo der Himmel ist, wo das Paradies, weil sie im Begriff sind, genau das gerade gänzlich zur Hölle zu machen.

  2. Irmgard Graule schreibt

    Ich bin 62 Jahre alt und gehöre schon zu älteren Generation. Bereits vor 30 Jahren habe ich versucht, Strom-, Wasser- und Papierverschwendung entgegen zu wirken. Obwohl ich da selbst in meiner Familie auf harte Granzen (was können wir schon ausrichten?) gestoßen bin, beziehe ich heute meinen Strom von Grennpeace, habe mein Auto verkauft (da ich nun nicht mehr berufstätig bin), und lege das Geld für meine Enkelkinder bei einer Umweltbank an.
    Auch ich bin der Meinung, dass jeder Mensch einen Beitrag leisten kann und muss. Ich hoffe, dass durch das Buch “Wut allein reicht nicht” mehr Menschen angestoßen werden, sich aktiver am Umweltschutz zu beteiligen.

    Mit hoffnungsvollen Grüßen
    Irmgard Graule

  3. Familie Frenzel schreibt

    Hallo Herr Jaenicke,

    wir finden es toll wie Sie sich engagieren. Jedoch ist es aufgrund mangelhafter Kennzeichnung sehr schwierig für den gemeinen deutschen Verbraucher zu erkennen, was ist und und was nicht. Ein einfaches Ampelsystem, wie es für die Nährwerte bereits abgelehnt wurde, könnte hier deutliche Abhilfe schaffen.

    Wir glauben das man nur so die breite Masse zum Umdenken bewegen kann.

    Weitherhin ist es nicht nur die Macht der Energieriesen und Lebensmittelkonzerne, sondern auch die Macht der Discounter. Schätzungsweise ca.: 70% der Massenkonsumgüter werden über Handelsmarken der Discounter abverkauft.

    Wir denken, es wäre sicherlich erfolgreicher zusammen mit den “Lenkenden Organen” eine Verbesserung zu erreichen. Hierzu wäre der Aufbau einer Umweltmarke z.B. von Greenpeace sehr sehr hilfreich. So hat es ja auch mit dem grünen Punkte funktioniert.

    Über diese Umweltmarkenbildung kann erreicht werden, dass alle Konsumentenbedürfnisse ähnlich wie in einem Interessenverband gebündelt werden und somit die einzelnen Bemühungen nicht einfach in der Masse der Ignoranz verpuffen.

    Hierzu hat die Marke Greenpeace bereits Weltweit einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Die Ausstellung bzw. Vergabe von Greenpeace Lizenzen an Hersteller und Handelshäuser würden einen deutlichen Schub in die richtige Richtung bedeuten. Diese Lizenzen müssten generell kostenlos und unabhängig von Spenden sein, sowie durch einen speziell zu entwickelnden Standard auditiert und zertifiziert werden. Hierzu existiert bereits ein umfangreiches Regelwerk der ISO 14000 und DIN 16001.

    Ein Greenpeace Zertifikat wird nach unserer Meinung von jedem Verbraucher positiv aufgenommen und beschert somit den Konzernen welche mitmachen Umsatzzuwächse. Das Konsumentenverhalten wird sich wie damals beim grünen Punkt innerhalb schnellster Zeit deutlich ändern. Durch die flächendeckende Vergabe des zertifikates, sind auch für alle Verbraucher konkurenzfähige Preise zu erwarten.

    Hierzu hat nach unserer Meinung Greenpeace bereits die letzten Jahre erheblich an einer Imageverbesserung gearbeitet. Ähnlich wie bei der Entwicklung der Partei die Gründen.

    Wir würden also demnach nach Realsisierung des Greenpeace Standards, die massive Bündelung der effizienten Werbemedien TV, Internet und Radio vorschlagen, um den nötigen öffentlichkeitswirksamen Druck zu generieren.

    Wir hoffen Ihnen wertvolle Tipps gegeben zu haben und würden uns freuen, wenn Sie in diesem Konzept ebenso eine realisierbare Umsetzung zum Schutz unserer Erde sehen würden.

    Viele Grüße aus Bad Salzungen

    Jörg Frenzel und Familie

Die Abgabe von Kommentaren zum Fotoblog und zum Logbuch war in der Zeit von August 2010 bis März 2011 möglich. Wir haben uns sehr über die vielen engagierten Beiträge gefreut. Aus zeitlichen Gründen können wir eine dauerhafte redaktionelle Betreuung nicht mehr aufrechterhalten, so dass wir die Blogfunktion ausgesetzt haben. Wir bitten um Verständnis.